Freitag, 7. Februar 2014

Sieg oder Niederlage?

Nach dem großen Knall folgte die totale Kapitulation. Nein, keine Sorge. Nicht meine.
Meinem Wunsch nach Kündigung wurde leider seitens des Arbeitgebers nicht entsprochen. So hartnäckig ich auch argumentierte. Welche Gründe, und es sind einige an der Zahl, ich auch anführte. Am Ende sagte er, was er denn ohne uns machen soll. Dass er unsere Arbeit wertschätzt. Dass wir Urlaub nehmen können. Dass alle Arzttermine wahrgenommen werden können, ohne Stress. Dass wir seine depressive Stimmung als nieder drückend empfinden schien ihn wirklich überrascht zu haben. Und auch sonst schien er wie vor den Bug getroffen von der ganzen Situation und beschrieb es so ähnlich wie "am Pranger zu stehen". Ich hatte das Gefühl, dass er kurz vorm Losheulen war.
Dann musste ich hören, dass er mich "nur sehr ungerne gehen ließe". Die Entscheidung darüber sollte auch dann nicht gestern getroffen werden, da wir nach der fast zweistündigen Diskussion alle irgendwie durch den Wind waren. Arbeiten war gestern nicht wirklich angesagt. Das ging nicht mehr. Zu viel Kopfschwirren. Und das ging uns allen so.
Jetzt gehe ich da heute wieder hin, wo ich doch eigentlich mit der Kündigung in der Hand, und freigestellt bis zum Austritt, rausmarschieren wollte. Da jedoch nun alle Zugeständnisse gemacht wurden, haben wir uns darauf eingelassen. Was blieb auch übrig in dem Moment. Nun bleibt abzuwarten ob sich wirklich etwas ändert. Aber ihr könnt mir glauben, dass es verdammt gut getan hat, alles mal zu sagen was mich so im Laufe der zwei Jahre angekotzt und gestört hat. Es einfach mal rauszuhauen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Eine wichtige Sache habe ich gestern noch vergessen. Das mit dem Urlaub. 24 Tage bis zur Rente - das kann nicht sein. Ich werde es heute ansprechen. Nach einer Gehaltserhöhung zu fragen wäre in der jetzigen Situation unangemessen gewesen, aber das ist nur aufgeschoben.
Es fühlt sich nicht wie ein Sieg an, aber auch nicht wie eine Niederlage. Vermutlich muss man erst mal sehen ob es was gebracht hat, um dann eine Entscheidung zu treffen.

Ach ja. Danach war ich dann bei einem Beratungsgespräch beim Kieferchirurgen, dem ich seit Wochen entgegen zittere. Wie nicht anders erwartet, wird die Gesamtrechnung ca. 3000,00 € ausmachen. Und zwar OHNE den anschließenden Zahnersatz. Mir ist klar, dass die ihre Implantate verkaufen wollen. Aber es scheint mir trotzdem die beste Lösung zu sein. Nun warte ich auf den Kostenvoranschlag. In der jetzigen Situation wäre Arbeitslosigkeit ein Desaster.

Kommentare:

  1. Ich finde, das ist trotz des alternativen Ausgangs ein Etappensieg!

    Der Typ (dein Chef) ist offenbar völlig daneben und überfordert, aber verfügt vielleicht doch noch über minimale Kapazitäten zur Einsicht und Besserung. Langfristig würde ich mich aber auch weiter nach einer anderen Stelle umsehen.

    Liebe Grüße
    Nicola

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  2. Hi Nicola,
    es scheint so, ja.
    Und ja, das tue ich.
    :-)

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  3. Yeaaaa! Teilsieg!!! - Aber mal ganz ehrlich... ob dein Chef nicht wirklich mal in psychologische Beratung sollte. Könnte mir gut vorstellen, dass da irgendwas im Argen liegt bei ihm.

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  4. Interessant, was ein Gespraech dann doch so hervorbringt... 1 : 0 fuer dich! ;-) Ich stimme mit Nicola ueberein: auf lange Sicht weiter gucken, eine bessere Stelle kannst Du ohne Zweifel finden. Bussi - M.

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  5. Ich denke mal, das dir die Erfahrungen, die du da gemacht hast in einem neuen Job gut nützen werden. Die Gefahr ist nur -denke ich- das deinem Chef bewusst wird, das das er sich eine Blöße gegeben hat.
    Ist er ein Mensch der reflektieren kann ists gut. Wenn nicht wird das ganz früher oder später weitergehen. Denn wie man es auch nehmen mag. Die Atmosphäre dort wird angespannt bleiben. Liegt in der Natur der Sache.
    Ich finde es gut, das du dem Heini Kontra gegeben hast, und auch darüber schreibst. Das tun nur wenige in unsere so verschissen gewordenen Arbeitswelt, obwohl es nötiger denn je ist eben dies zu tun, von den Übeln zu berichten Kopf Hoch!

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  6. @Rika
    Ja, und das weiß er auch. Es hilft vielleicht, dass ihm der Ernst der Lage auch mal von unserer Seite ganz klar mitgeteilt wurde. Vielleicht hat er noch nicht erkannt, wie sehr seine Angestellten unter seiner Stimmung leiden. Und sich vorzustellen, dass wir beide von heute auf morgen weg wären, das hat wohl auch eine Grenze aufgezeigt.

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  7. @Mel
    Das vielleicht... aber es wird dauern. Wenn man sich überlegt, dass auf eine mittelmäßige Stelle 1000 Bewerbungen eingehen, dann hat man nicht wirklich gute Chancen, außer durch das alte Vitamin B vielleicht.

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  8. @Ludger
    Ja, das glaube ich allerdings auch. Es war vor Allem ein Sieg auf persönlicher Ebene.
    Dass du darüber schreibst, finde ich aber auch gut!

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Vielen Dank für deinen Kommentar.
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